Dauercamper und Tomatenplantagen

Der Campingplatz „Los Escullos“ diente uns für vier Nächte als Erholungsort und gab unter anderem kleine Einblicke in das Leben der Dauercamper preis. Die Region Almeria in Andalusien ist beliebt bei Sonnenhungrigen und Naturliebhabern. Auf dem Weg zur Dusche hört man Deutsch, Französisch, Niederländisch, Englisch und ab und zu auch mal ein wenig Spanisch, von den Einheimischen, die ihre Sommerresidenzen nach dem Winter wieder herrichten. Neben uns parkten meist keine Campingvans, sondern umgebaute LKWs und Busse, in die unsere Lucy drei mal reingepasst hätte. Während wir unseren 2-strahligen Gasherd und die gefederten Ausklappbetten als Luxus empfunden, fuhren nebenan aus der Heckgarage des Campingwagens elektrische Fahrräder, Motorroller oder kleine Autos raus. Der Wohnraum im Inneren bot von Espressomaschine über Fernseher und Ledercouch mehr als unsere gesamte Wohnung zu Hause. Es sah ein wenig, wie campen auf einem anderen Stern aus. Weit weg von zu Hause, aber ganz nah am modernen Luxus. Man saß abends eben einfach in Spanien vor dem Fernseher, konnte sich aber tagsüber die Sonne auf den Bauch scheinen lassen und musste nicht über das Novemberwetter in Deutschland, Frankreich oder England nachdenken. Wenn auch in einer abgewandelten Variante, ist dies auf jeden Fall auch ein Lebensmodell jenseits der 50, dass wir in unsere Zukunftsvisionen aufgenommen haben 😉

Abwandeln werden wir wohl auf jeden Fall die Region in der wir uns dann, wie die meisten in „Los Escullos“, von Oktober bis März aufhalten würden. Es ist erschreckend zu sehen, dass unsere Tomatensuppe im Winter wahrscheinlich hier in den Gewächshäusern Almerias ihren Ursprung hat. Hohe Produktivität hat definitiv ihren Preis, auch wenn dieser im Supermarkt nicht gezahlt wird. Alles was nicht in ein Naturschutzgebiet fällt, ist eingehüllt in Planen. Der Campingplatz ist wirklich ein Kleinod inmitten von hunderten Kilometern weißen Plastiks, denn sein Glück ist es in eben solch einem geschützten Naturpark zu liegen. Der Parque Natural Cabo de Gata-Nijar bietet kein weißes Plastik, sondern weiße weiche Strände, herrliche kleine Buchten, geschützte Dünen und im Hintergrund immer die Berge des Vulkangebirges. Man muss nur erstmal durch die Gewächshäuser hindurch hierher finden.

http://www.de.losesculloscabodegata.com/

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