Vom Trockenwerden bei Oma – Oder Hunde pinkeln nun mal gegen Bäume

Nach ein paar Tagen bei meiner Oma im sächsischen Bröthen, ist uns Dominik hinterher geflogen, damit wir das anstehende Wochenende zusammen mit unserer Lucy im Freien verbringen konnten. Wir haben uns also nach gegrillten Rippchen zum Mittag und Rhabarberkuchen zum Kaffeetrinken bei meiner Familie verabschiedet und sind noch einmal 40 Minuten zum Campingplatz „Stausee Bautzen“ gefahren. Alles sauber, alles schick, alle freundlich. Ich wurde schon in den ersten fünf Minuten wieder vom Campingfieber gepackt. Da Lucy mittlerweile sehr schnell aufgebaut und eingerichtet ist, müssen wir keine logistischen Meisterleistungen mehr vollbringen und können auch mal entspannt erst gegen 18Uhr auf einem Campingplatz ankommen. Max hat den tollen Spielplatz sofort entdeckt und die Rollenverteilung lief wunderbar einfach. Papa und Sohn gehen schaukeln und buddeln. Mama kocht in Ruhe das Abendessen. Herrlich!

Da wir die letzten Tage bei Oma Trudchen verbracht haben, läuft Max nun tagsüber meist ohne Windel und stattdessen mit seiner neuen Kollektion „Auto-Schlüpper“ und „Tiger-Boxershorts“ herum. Die ehemalige Krippenleiterin in Omchen kann einen 2-jährigen in Windeln emotional schwer ertragen und bemerkte hin und wieder liebevoll,

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Erste Einführung des Töpfchens

dass die Töpfchenphase doch langsam beginnen könnte. Begonnen hat diese ja theoretisch schon vor 12 Monaten, wir sind halt einfach noch nicht weit gekommen… aber ein Garten, Sonne und ein frisch angelegter Vorrat an Unterhosen läutet nun die „Trocken-Werd-Phase“ ein. Da Max am besten mit Bildern arbeitet, ist er seitdem täglich entweder ein Hund, der natürlich an einen Baum pinkeln muss oder eine Katze, die auf ihr Katzenklo (Topf oder Toilette) geht. Auf dem Campingplatz stellte Max sich zwei Mal, zur Belustigung der Nachbarn, einfach an den Baum neben unserem Zelt, legte los und verkündete, dass Hunde dies eben so machen. Manchmal schaue ich ihn nun an, wie er in seinen Jungsunterhosen herumspringt und bis stolz und wehmütig zugleich, dass nun wieder eine neue Episode des Heranwachsens beginnt. Zwischendurch läuft er aber, wie das Karlchen von Rotraut Susanne Berner, auch mal wieder einfach so über und wir putzen mich, Sofas, Böden oder Laufrädchen. Dann freue ich mich innerlich riesig, dass mein „kleines Baby“ doch nicht von heute auf morgen Erwachsen wird, denn für solche bahnbrechenden Phasen brauchen am Ende doch alle Mitwirkenden eine gewisse Anpassungszeit. 🙂 Die „Trocken-Werd-Phase“ ist aber nun definitiv eingeleitet und freut sich auf den Sommer und die Zeit draußen, denn mehr Sonne bedeutet ja irgendwie auch weniger Klamotten zum ausziehen, nass werden und waschen.

 

Was wir gelernt haben?!?

Omas sind klasse. Perspektivwechsel sind auch klasse. Die Windeln loswerden ist definitiv klasse, aber alles braucht seine Zeit. Mein Heimatort liegt im Ostteil von Deutschland und wie man auch heute noch sagt, bin ich also „im Osten“ aufgewachsen. Ich bin mit der Einstellung großgeworden, dass Kinder die alleine laufen können ein Töpfchen benutzen, musste aber als Mama nun auch feststellen, dass diese Regel niemals für alle Kinder gelten kann. Es mag zuweilen auch den Gegebenheiten zu meinen Windelzeiten geschuldet sein, dass Mamas und Omas die Trockenphase ihrer Kinder mit ziemlichem Hochdruck herbeiführten. Die täglich anfallenden Stoffwindeln mussten ausgeschlagen, gewaschen und meist auch gebügelt werden, ein arbeitsreiches Unterfangen, dass ich nicht gegen die einfache Handhabung der Wegwerfwindel tauschen möchte. Den Kindern war es natürlich auch nicht so gemütlich und trocken um den Popo, wie das heutzutage der Fall ist und so schlich sich bei Einigen vielleicht auch schon eher das Gefühl ein nicht fünf Mal am Tag mit einer nassen Hose herumlaufen zu wollen.

Bei uns wäre es aber nicht schneller gegangen. Zum Ersten war es für mich ehrlich gesagt, ziemlich bequem in der Winterzeit nicht zehn Mal am Tag Jacken, Hosen, Strumpfhosen, Bodys und Windeln auszuziehen, um Max auf ein Töpfchen zu setzten und auch er konnte den kognitiven Schritt von „ich musste mal“ zu „ich muss mal“ einfach noch nicht wirklich vollziehen. Seit er aber von alleine immer mal wieder seine Geschäfte auf dem Topf oder der Toilette erledigen will, habe auch ich meine Bequemlichkeit abgelegt und so beginnen wir nun gemeinsam die Reise in die Trockenphase.

 

Das erwähnte „Karlchen Buch“

https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/karlchen-geschichten/978-3-446-20330-3/

Der Campingplatz „Stausee Bautzen“

http://www.camping-bautzen.de/de/camping-in-ostsachsen

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