Lucy und der Schnee – Oder übern Berg in Winterberg

Es ist ja nun schon einige Zeit her, dass ich etwas von uns erzählt habe und so bin ich gefühlt vom Hochsommer direkt in den Winter gehopst. Dazwischen lagen eine Hausgeburt, eine Kita-Eingewöhnung, ein paar Vermietungen und Geburtstage, einmal Abschied nehmen und jede Menge Alltag zu Viert. Ab jetzt geht’s nun aber hoffentlich wieder los…meine guten Vorsätze fange ich zumindest schonmal ab Mitte Dezember an umzusetzen.

Vor 2 Wochen hat unsere Lucy ihre ersten Erfahrungen mit Schnee gemacht. Also nicht nur auf dem Parkplatz stehend und nett aussehend, sondern in Winterberg beim Fahren über einen Berg im fetten Schneegestöber. Das Sauerland wurde auf unserem Ausflug zu den Großeltern über Nacht in ein Winterparadies verwandelt und wir konnten erfolgreich die neuen Winterreifen testen. Da der Heimweg für Montag angesetzt war und sich dies aus logistischen Gründen auch nicht einfach verschieben lies, setzten sich also vier Menschenkinder, jede Menge Gepäck und unser Nugget in Bewegung Richtung Mainz. Wir mieden, wie seit den letzten Trips die Autobahnen, da die A45 über Siegen, mit all den Baustellen, eine gewaltige Katastrophe ist und so fuhren wir nun bergauf und bergab über Marburg und Winterberg zurück an den Rhein. Je näher wir Winterberg jedoch kamen, um so mehr Winter begegnete uns.

20171209_170235Nun muss ich zugeben, dass meine Liebe zu gefrorenem Wasser recht begrenzt ist, zumindest in der Stadt. Ich finde, dass Schnee bleiben sollte wo er hin gehört. Auf Bergen und in den Urlaub, bestenfalls weit weg vom städtischen Alltagsleben. Wenn ich Schnee haben möchte, fahre ich gerne hin, denn in Städten und mit meinem Job bedeutet Schnee eigentlich immer nur – absolutes Chaos. Nichts fährt, fliegt oder transportiert mehr irgendwas oder irgendjemanden. Man scheint jedes Jahr aufs Neue komplett von der Möglichkeit einer Schneeflocke überrascht zu sein. Auf dem Berg in Winterberg stand das Leben auch still. Es hatten sich jede Menge LKWs festgefahren und reihten sich auf ihrer Fahrbahnseite stehend aneinander. Ein paar mutige, unterschätzende, unvorbereitete Fahrer schnittiger Sportwagen mit Heckantrieb versuchten es mit überholen beziehungsweise daran vorbeifahren, scheiterten aber noch bevor sie die Bergspitze erreichten, schlitterten teilweise wieder rückwärts runter oder retteten sich parkend neben uns in einer Bucht.

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Vor uns hatten zwei LKWs auf dem Weg nach unten angehalten, um den hochfahrenden Autos  den nötigen Platz zu geben. Während sich also vereinzelte Fahrer in abenteuerlichen Manövern den Berg hinauf versuchten, fing in der Lucy, Schlumpf eins an zu nörgeln, da Schlumpf zwei mit verstärktem lauter werdenden Nachdruck Muttermilch verlangte und dieses Sitzen im MaxiCosi ja sowieso nicht sein Ding ist. Bevor sich nun irgendjemand auch noch auf der zweiten Spur festfuhr und somit weder hoch noch runter etwas ginge, stapfte ich nach 10min warten, im Schnee zum LKW-Fahrer an der Spitze der Warteschlange und fragte nach, ob er denn überhaupt die Möglichkeit hat selbst nach unten zu fahren, oder ob wir anderen in der deutlich länger werdenden Schlange alle auf etwas warten, dass sowieso nicht eintreten kann. Da meine Anfrage auf Deutsch nicht auf Verständnis stieß, kommunizierten wir in Englisch, wobei auch da nicht sicher war, ob ich verstanden wurde.  Als ich aber mit Schnee in den Stiefeln wieder ins Auto zurückkam, setzte sich der Laster schon in Bewegung und rollte den Berg hinab. Keine Sekunde zu spät, wie wir dann feststellten. Der Berg war bereits bis ins Tal mit Autos zugestellt und ein Ende des Schnees nicht in Sicht. Ich war froh, als wir dort weg waren und lobte mir wieder einmal unseren Nugget. Lucy ist einfach still- und pausenfreundlich mit Kraft unter der Haube und einer soliden Performance selbst bei Schnee und Glätte.  Danke Lucy!

Was wir gelernt haben ?!?

Diesen Winter habe ich eine neue Komik der Schneeflockenwitze entdeckt. Natürlich nur, weil ich meine Elternzeit ganz unbekümmert auf dem Boden verbringe.

Facebook lässt grüßen… Eine Schneeflocke trifft 8 Milliarden andere:
„Was habt ihr denn vor?“
„Wir wolln den Münchner Flughafen lahmlegen. Kommste mit ?!?“
„Ach, nee…! Ich geh nach Frankfurt. Da schaff ich’s alleine…“

Und genauso isses. Busse, Bahnen, Autos, Flieger, alle kapitulieren beim ersten Anzeichen von 1cm Schnee. Wie ist es möglich das ganze Landstriche in Kanada, Russland oder weiß der Geier wo, monatelang ein Leben aufrecht erhalten und wir bei 5h Schnee schon reif für Ferien sind? In diesem Sinne. Winter is here! Und ich plane unseren Sommerurlaub in Schweden.

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